Obscure Poeme: Wie viel Kunst kann ein Gesellschaftssystem vertragen und wie viel System verträgt die Kunst?


Für H. D. Rühmann und Bibi van Dark (alias Birgit Dunkel) ist dies eine existenzielle Frage, mit der sie in innerer Zerrissenheit einerseits nach Öffentlichkeit verlangen, andererseits deren Anerkennung als Verrat empfinden.


Es geht H. D. Rühmann um das Verhältnis von Kunst und Politik im Lebensentwurf eines mit sich selbst radikalen Menschen, der sich erst heute mit seinen Arbeiten versöhnt. In seinen biografisch aufgeladenen Kunstwerken und Aktionen hat er zu einer provokanten, fordernden und zutiefst menschlichen Bildsprache gefunden. Der Titel seiner Retrospektive, »Ich wollte immer einen Satz sagen«, beschreibt seine Suche nach der Wahrhaftigkeit der Kunst, seine Sehnsucht und seinen sich stets wiedergebärenden Ansporn, das finale Kunstwerk zu erschaffen, das alles enthält und zu dem nichts mehr gesagt werden muss.


Die Künstlerin Bibi van Dark versucht mit ihren "Obscuren Poemen" den Widerspruch des gleichzeitigen sich Zeigens und Versteckens zu zelebrieren. Diese neu erfundene Textkategorie forscht im Dunkel des Unbewussten nach Worten und Begriffen, deren Klänge zusammenfinden wollen, und als Ensemble choreografisch angeordnet und anschließend ins Tageslicht des Bewusstseins katapultiert, wo sie konnotativ angereichert, dann erstaunlich neue Sinnzusammenhänge erzeugen können, die unsere absurde menschliche Lebenssituation besser beschreiben als es ein Sachtext vermag ("attention im blanche-obscur"). Bibi van Dark hat gerade mit ihrer großen Ausstellung im Poolhaus Blankenese Performances rund um die eingangs erwähnte existentielle Frage aufgeführt.

Lesung von Dieter Rühmann und Bibi van Dark im Saal II

Samstag, 17. November 2018 I 17 Uhr

im Saal II I Schulterblatt 83 I Saal II auf Facebook

Veranstaltung 2
Samstag,
17. November 2018
im Saal II

Veranstaltung 3
Sonntag,
18. November 2018
in der Roten Flora

Veranstaltung 1
Freitag,
16. November 2018
im SchanzenKino73